Wir besuchten Albufera und Palmar mit alten Schulfreunden. Wir starteten an der Markthalle mit einem Kleinbus mit 10 Freunden, von denen manche sich 40 Jahre nicht gesehen haben. Unser Gastgeber Carlos erwartete uns bereits am Eingang von Putxol mit einem stattlichen Boot, das sich albuferenc nennt. Unser Kapitän stellt sich uns als Onkel Voro vor, ein ehemaliger Schiffszimmermann. Er hat uns nicht nur mit seinem Wissen über die Vögel beeindruckt, sondern auch von seiner Familiengeschichte erzählte. In seinem eigens gebauten Schiff bereitete er uns einen exzellenten Aperitif aus spanischem Käse mit Oliven, Kartoffeln und Sardellen und dazu gab es ein kühles Bier.

Onkel Voro

Die Strecke war eine andere als sonst, wir fuhren durch den Bewässerungsgraben von Racó de l’Olla mit seinen Vogelreservaten bis er sich mit dem “sequieta“ und dem “seguia gran“ vereinte, fast bis zur Einmündung “El Perellonet“. Er erzählte uns auf dem Weg von den allerersten Touristen, die nach Albufera kamen. Sie kamen aus Torrent und Valencia auf der Suche nach Schilf zur Besenherstellung und des Hausbaus bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Bewohner von Torrent kamen immer mit ihren Schiffen, die “Ravachol“ genannt wurden. Ihre Reise begann im Hafen von Catarroja, durch die Lagune von Albufera bis nach Perelló. Ein Tancat, ist ein geschlossener Platz auf dem man etwas anbaut, in unserem Fall Reis, erklärte uns Voro. Voro macht außerdem Ausflüge für Paare, Gruppen, Imbisse, Abendessen, Spaziergänge und Fotos an Hochzeiten und verbreitet gerne sein Wissen über den See und die Vögel, die dort leben.

Das Bauernhaus der Events und der Musik

Wir erreichen den Bootssteg des Bauernhauses in Fermax, wo wir den Eigentümer des restaurierten Hauses kennenlernen. Heute dient das Haus als Lokal von Privateventen in einer einzigartigen Umgebung.

Bevor wir allerdings das Boot verlassen, erzählt Voro uns eine Anekdote des Eigentümers eines Hauses in dem jedes Jahr Ende Juli Konzerte der klassischen Musik gegeben wurden. Die Besucher konnten dann in einer Vollmondnacht auf den traditionellen Booten sitzen und der Musik lauschen. Voro erinnerte sich, dass es sich dabei um das Haus des “Tancat del Campot“ einem valencianischen Anwaltes handelt, der ein Liebhaber der klassischen Musik war und hier seine Rente verbrachte. Wie unser Freund Alfredo, der uns schon einige Male an intime Orte brachte, an denen man an manchen Tagen die Geheimnisse der Natur erleben konnte.

Mariano, Meister der Paella: Vorspeise und exzellente Paella

Gegen 14:15 Uhr verließen wir das Boot und gingen in das Bauernhaus, wo uns eine volle Paellapfanne, von unserem Koch Mariano, bereits erwartete. Vor dem Essen schauten wir uns das wunderschöne Bauernhaus umgeben von einem typischen Gemüsegarten. Wir teilen uns die Vorspeise “esgarraet“: valencianische Tomaten mit Pökelfleisch und eingelegter Zwiebel. Als Hauptspeise gab es Paelle mit Hähnchen und Ente, diese war exzellent in einer einzigartigen natürlichen Umgebung.

Schöner Sonnenuntergang

Zum Sonnenuntergang gingen wir erneut hinaus auf die Terrasse und tranken einen erfrischenden Gin Tonic und erinnerten uns gemeinsam an vergangene Zeiten. An eine Zeit in der man uns mit wenigen, aber wichtigen Sachen eine grosse Freude machen konnte. Freunde, Natur, Erinnerungen und einzigartigem Geschmack.
Mit dem Bus ging es dann die 10km zurück nach Valencia.